
Marvins Sicht
Sri Lanka, wo alles angefangen hat
Der Sommer 2023 fühlte sich nach einem Neustart an. Ich wollte raus, Neues entdecken, den Alltag hinter mir lassen, meine Komfortzone verlassen und neue Leute kennenlernen. Es war mein erster wirklich langer Urlaub außerhalb Europas. Fynn ist ständig unterwegs und macht Workations; so etwas hatte ich noch nie gemacht. Robin reist ebenfalls viel. Beide kenne ich aus der Arbeit, wir haben mehrere Jahre zusammengearbeitet, und mit Fynn und Robin wusste ich, dass das sowieso eine gute Zeit wird. Ich war Single, neugierig und bereit für schöne und lustige Momente. Warum eigentlich nicht?
Als ich sie am 19. Juli 2023 zum ersten Mal sah, dachte ich nur: „Wow.“ Was für eine Ausstrahlung. Sie hat wunderschöne Augen, eine offene Art und immer einen guten Spruch auf Lager. Ich sagte zu Fynn: "Joa, also bzgl. der Frage mit dem Zimmer, ich teile mir sehr gerne ein Zimmer mit ihr”.
Wir waren zu acht in der Villa. Tagsüber waren wir meist mit der Gruppe unterwegs und ich merkte schnell, dass der Vibe zwischen uns stimmt. Abends lagen wir stundenlang wach und redeten bis in die Nacht. Familie, Vergangenheit, Beziehungen, Arbeit, Lebensziele, Werte, Träume. Die Zeit verging wie im Flug und ich spürte sehr schnell, dass sie ein richtig guter und herzlicher Mensch ist und dass ich mich um sie kümmern möchte.
Der Moment, in dem es mehr wurde als eine Urlaubsbekanntschaft, kam bei unserem ersten Tag zu zweit in Tangalle. Ein Iced Coffee im Café, der ganze Tag nur wir beide, viele Gespräche und Nähe. Natürlich fand ich sie super attraktiv, aber es war mehr. Intelligent, lustig, gleicher Humor, wir erlebten viel, es wurde nie langweilig und wir waren nie genervt voneinander. Alles fühlte sich leicht und stressfrei an. Da dachte ich: Krass, das könnte meine Seelenverwandte sein.
Der Abschied aus Sri Lanka war schwierig. Der Ort, die Menschen und vor allem sie. Gleichzeitig war ich dankbar für diese Zeit und gespannt, wie es in Deutschland weitergeht. Normales Wetter statt Strand, kein Kochteam, wieder arbeiten. Wir wollten uns bewusst weiter daten und schauen, wie es im normalen Alltag funktioniert.
Der Kontakt danach
Zurück in Deutschland war alles überraschend leicht. Wir schrieben jeden Tag und telefonierten jeden Abend, meistens mit FaceTime vor dem Einschlafen. Das wurde schnell unsere kleine und sehr süße Routine, auf die ich mich jeden Tag gefreut habe. Ich wollte sie so schnell wie möglich wieder persönlich sehen.
First Date
Unser erstes richtiges Dinner Date war im Gigi in München. Wir waren schick angezogen, das italienische Essen war großartig und die Gespräche hatten Tiefe und Blick in die Zukunft statt Small Talk. In dieser Zeit waren wir auch im Englischen Garten und haben einen ganzen Tag auf dem Starnberger See verbracht. Sie hatte das Boot gemietet. Nur wir beide auf dem Wasser, es war wunderschön und romantisch und meine Gefühle waren da schon sehr intensiv. Seitdem haben wir zusammen sehr viel erlebt und waren bereits in knapp fünfzehn Orten unterwegs, unter anderem in Helsinki, Stockholm, Paris und Bulgarien.
Ich war über ein Jahr lang für mehrere Wochen in München. Daria war für längere Zeit immer mal wieder in Bielefeld. Daria war jedoch häufiger in Bielefeld, da es mit Fußball nicht immer möglich war, häufig in München zu sein. Seit Dezember 2024 wohnen wir in einer superschönen Wohnung in Berlin.
Das erste Treffen mit meinen Eltern war in Jöllenbeck auf dem Sportplatz. Nicht ideal von mir geplant, eine andere Umgebung wäre sicher besser gewesen, aber es passt irgendwie zu mir. Das erste "Ich liebe dich" sagten wir, nachdem meine Familie in Bielefeld zu Besuch war. Mama, Papa und Großeltern waren da. Das war ungefähr zwei Monate nach Sri Lanka. Am 13. Oktober 2023 fragte ich sie offiziell, ob wir zusammen sein wollen. Ich wollte es schon früher, aber der richtige Moment war mir wichtig. An diesem Tag passte alles. Schönes Wetter, Pizza, ihr Lieblingsessen neben Sushi, und ein Marienkäfer, ein Symbol, das in wichtigen Momenten in ihrem Leben auftaucht.
Der Antrag in Mexiko
Den Antrag am 25. Mai 2025 hatte ich gut vorbereitet und ich war zwei bis drei Tage vorher sehr nervös. Beim Fotoshooting und auf dem Weg zum Strand wischte ich heimlich Tränen der Freude weg und übte auf dem Handy, wie man „Willst du mich heiraten?“ auf Russisch sagt. Als ich auf die Knie ging, war der Satz weg. Alles, was ich sagen wollte, habe ich trotzdem gesagt, nur nicht auf Russisch. Und ehrlich gesagt glaube ich, dass wir uns heute beide eher an das Gefühl zwischen uns erinnern als an jedes einzelne Wort. Ich auf jeden Fall auch.








